Jedes Familienfoto, das ich je irgendwo hochgeladen habe, ist am Ende Trainingsmaterial,
Werbefläche oder ein Abo geworden, dessen Zugang irgendwann wegfällt. Kaydo ist die
Alternative, die ich mir gewünscht hätte: ein privater Ort, der einer Familie wirklich
gehört, unter eigener Adresse — name.kaydo.app — ohne Werbung, ohne KI-Training, ohne
Weiterverkauf.
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Herzstück ist ein Feed aus Erinnerungskarten: Fotos, Videos, Sprachnotizen, Geschichten und Zitate. Daily Moments sind Story-Kreise für die kleinen Dinge, für die sich ein eigener Beitrag nie lohnt. Eine Timeline gruppiert Erinnerungen nach Jahreszeiten und holt “an diesem Tag”-Rückblicke hervor.
Bewahren
Der Tresor verwahrt Dokumente und Fotos in voller Auflösung, inklusive zeitversiegelter Kapseln, die bis zu einem selbst gewählten Datum verschlossen bleiben. Briefe und Kindertagebücher sind datierte Einträge, geschrieben für später. Und alles lässt sich als ZIP aus lesbaren Dateien plus strukturiertem JSON exportieren — NAS-tauglich, ohne Lock-in. Eine Plattform für Erinnerungen, die man nicht verlassen kann, ist keine Plattform, sondern eine Geiselnahme.
Gestalten und weitergeben
Der Rezeptbaum behandelt Familienrezepte wie Code: Versionsgeschichte, Forks und Foto-Logs über Generationen hinweg. Omas Original und die Variante des Enkelkindes bleiben beide erhalten. Das digitale Scrapbook ist eine freie Fläche mit Polaroid-Rahmen, Stickern und Text, exportierbar als PDF. Jede Familie kann sich sogar die eigene Login-Seite gestalten — von Vorlagen bis zur eigenen Foto-Willkommensseite.
Nur zu zweit
Our Year ist ein wiederkehrendes Rückblick-Ritual für ein Paar, an einem selbst gewählten Tag. Jedes Kapitel enthält einen gemeinsamen Rückblick — beide beantworten dieselben fünf Fragen unabhängig voneinander, sichtbar wird alles erst, wenn beide abgegeben haben —, ein Paar-Quiz mit jedes Mal neu geschriebenen Fragen, einen Brief an das zukünftige Ich und vier Andenken: ein Foto, ein Lied, ein Satz, ein Moment. Nichts davon setzt Ehe, Kinder oder Zwölfmonatszyklen voraus.
Verschlüsselung, ehrlich beschrieben
Fotos, Videos, Sprachnotizen, Tagebucheinträge, Rezepte, Scrapbooks und Tresorinhalte werden vor dem Upload clientseitig mit AES-256-GCM über die Web Crypto API verschlüsselt. Medien liegen als reiner Chiffretext, der Server bekommt also nie ein darstellbares Bild. Die einzige bewusste Ausnahme sind die öffentlichen Grafiken der Login-Seite, die schon vor jeder Anmeldung gerendert werden müssen.
Our Year geht noch weiter: Statt dem UI zu vertrauen, entscheiden Firestore Security Rules, wer was lesen darf. Die Antworten der Partnerin oder des Partners bleiben unlesbar, bis beide abgegeben haben, ein versiegelter Brief bleibt bis zum Öffnungsdatum unlesbar, und ein abgeschlossenes Kapitel lässt sich nicht mehr ändern — abgesichert durch Emulator-Tests.
Eine ehrliche Einschränkung, die auch im README steht: Der Schlüssel pro Familie liegt derzeit im Firestore-Dokument der Familie. Kaydo ist damit noch nicht zero-knowledge. Der Weg dorthin führt über clientseitige Schlüsselableitung, und erst danach werde ich das auch behaupten.
Wie es gebaut ist
React und Vite, wobei vite-react-ssg die Landingpage als statisches HTML vorrendert.
Firebase liefert Auth, Firestore und Cloud Functions, Cloudinary speichert die
verschlüsselten Medien über signierte Uploads. Das Ganze ist eine installierbare PWA mit
Workbox-Precaching und Push-Benachrichtigungen, vollständig zweisprachig (Deutsch und
Englisch) über i18next und abgedeckt durch eine Vitest-Suite plus Tests der
Firestore-Rules.